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Schwangere sollten im Ramadan auf das Fasten verzichten

Forscher der Universität Mainz haben erstmals das Ramadan-Verhalten schwangerer Muslima untersucht. Danach sprechen nur wenige Hebammen und Frauenärztinnen das Thema Fasten aktiv gegenüber ihren Klientinnen an.

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Junge schwangere Frau mit Hijab (Kopftuch) steht vor Bäumen und telefoniert
Das Netzwerk Gesund ins Leben will Multiplikatoren wie Hebammen sowie Frauenärztinnen und -ärzte sensibilisieren, mit schwangeren Muslima über mögliche Risiken des Fastens im Ramadan während der Schwangerschaft zu sprechen. Bild: Aisylu / stock.adobe.com

Schwangere sollten während des Ramadan auf das übliche Fasten zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang verzichten. Für das ungeborene Kind besteht sonst ein größeres Risiko für gesundheitliche Nachteile.

Eine Forschergruppe der Universität Mainz hat erstmals Daten zum Ramadan-Verhalten schwangerer Muslimas in Deutschland erhoben. Das berichtet das Netzwerk "Gesund ins Leben", das als Teil von IN FORM zum Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) gehört. Untersucht wurde, wie sich muslimische Schwangere über Ramadan in der Schwangerschaft informieren und welche Ratschläge sie von medizinischem Fachpersonal erhalten.

Hinweis

Informationen darüber, wie Muslima ihr Verhalten im Ramadan aufgrund der Schwangerschaft verändern können, finden sie in der jeweiligen islamischen Gemeinde.

Gesundheitliche Risiken des Fastens während der Schwangerschaft vermitteln

Eine Minderheit der Frauen bespricht ihr Verhalten im Ramadan mit ihrer Gynäkologin oder Hebamme (49 % der fastenden und 38 % der nicht fastenden Frauen). Nur zwei Frauen gaben an, proaktiv vom Fachpersonal auf den Ramadan angesprochen worden zu sein. 73 % des Fachpersonals raten vom Fasten in der Schwangerschaft ab. Über ein Viertel weist aber nicht auf mögliche negative Auswirkungen hin. Die Mainzer Wissenschaftler halten daher eine Sensibilisierung von Gynäkologinnen und Gynäkologen sowie Hebammen für die möglichen negativen gesundheitlichen Konsequenzen für geboten.

Etwa 5 % der deutschen Bevölkerung sind Muslime. Islam-spezifische Themen müssen deshalb in der Schwangerschaftsvorsorge berücksichtigt werden. In muslimischen Ländern fasten die meisten Schwangeren im Ramadan. Die Gebräuche schwangerer Muslimas in Europa wurden bislang kaum untersucht, obwohl Studien zeigen, dass Ramadan-Fasten während der Schwangerschaft dazu führen kann, dass das Kind ein größeres Risiko für schlechtere kognitive Leistungen, Behinderungen und - im Erwachsenenalter - Symptome von Typ II Diabetes und koronare Herzkrankheiten hat.

So gingen die Mainzer Wissenschaftler vor

In der Studie wurden 116 Frauen befragt. 43 % haben mindestens einen Tag gefastet, davon 54 % für 20-30 Tage. Fastende Frauen sind signifikant jünger als nicht fastende Frauen und haben tendenziell einen niedrigen Bildungsstand. Die Meinung des Partners hat nur einen beschränkten Effekt auf die Fasten-Entscheidung der Frauen. 67 % der nicht fastenden Frauen erwarten negative Effekte in der Schwangerschaft auf die Gesundheit ihres Kindes. Aber auch von den fastenden Frauen erwarten 20 % negative Effekte.

Dazu wurden schwangere und frisch entbundene Muslimas in Mainzer Krankenhäusern zu ihrem Verhalten im Ramadan befragt. Es gab Fragen zum Fasten, zum Schlafrhythmus und sonstigen Änderungen im Ess- und Trinkverhalten, die einen Effekt darauf haben können, ob und wie Ramadan während der Schwangerschaft das Kind beeinflusst. Erhoben wurden auch Kontrollvariablen wie Ausbildungsstatus und Geburtsland. Befragt wurde auf Deutsch, Arabisch, Türkisch und Englisch.

Über Gesund ins Leben

Gesund ins Leben ist ein Netzwerk von Institutionen, Fachgesellschaften und Verbänden, die sich mit jungen Familien befassen. Das Ziel ist, Eltern einheitliche Botschaften zur Ernährung und Bewegung zu vermitteln, damit sie und ihre Kinder gesund leben und aufwachsen. Das Netzwerk Gesund ins Leben ist angesiedelt im Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und Teil des Nationalen Aktionsplans "IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung". 

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